Travel story

Nacht im Eishotel: -20°C & purer Zauber in der Arktis!

By Mohammed Ali Travel6 min read

Warst du jemals mutig genug, eine Nacht bei -20°C zu verbringen – umgeben von Eis und Schnee? Ich habe genau das getan, und es war eine Erfahrung, die alle Erwartungen übertraf und meine Vorstellung von Kälte für immer veränderte. Begleite mich auf eine Reise in die faszinierende Welt des Eishotels und lass dich von diesem eisigen Wunderland verzaubern!

### Eine Nacht bei -20°C: Mein eisiges Abenteuer im Herzen der Arktis

Die Idee war verrückt. Wahnsinnig. Aufregend. Wer zur Hölle würde freiwillig eine Nacht bei konstanten -20°C in einem Hotel verbringen, das komplett aus Eis und Schnee gebaut ist? Ich! Als leidenschaftliche Weltenbummlerin, die immer auf der Suche nach dem nächsten Adrenalinkick und einer wirklich einzigartigen Geschichte ist, stand das Eishotel ganz oben auf meiner Bucket List. Und so fand ich mich eines kalten Januartages in Jukkasjärvi, Schwedisch-Lappland, wieder, bereit für ein Abenteuer, das meine Definition von Kälte, Komfort und Kunst für immer verändern sollte.

Die meisten Menschen träumen von warmen Stränden und tropischen Cocktails. Ich träumte von Eisskulpturen, Nordlichtern und dem knirschenden Geräusch von Schnee unter meinen Stiefeln. Es war nicht nur der Reiz der Kälte, der mich lockte, sondern die Faszination einer vergänglichen Kunstform, eines Bauwerks, das jedes Jahr neu entsteht und mit der Frühlingssonne wieder zu seinem Ursprung zurückkehrt. Es war der Gedanke, Teil etwas so Ephemerem und doch so Mächtigem zu sein. Und glaubt mir, es war jede gefrorene Zehe wert!

#### Die Wahl des Eispalastes: Wo Träume aus Eis entstehen

Bevor ich mich ins eisige Vergnügen stürzte, musste ich mich natürlich für das Eishotel entscheiden. Es gibt mittlerweile einige auf der Welt, aber das Original und wohl berühmteste ist das ICEHOTEL in Jukkasjärvi, Schweden. Seit 1989 wird es jedes Jahr aufs Neue aus dem Eis des nahegelegenen Flusses Torne geschaffen. Die Tatsache, dass es jedes Frühjahr schmilzt und im Winter mit neuen Designs und Suiten wiederaufersteht, macht es zu einem lebendigen Kunstwerk. Das ist es, was mich am meisten faszinierte: die Vergänglichkeit und die jährliche Neuerfindung.

Ich recherchierte Wochen lang, las Berichte, sah mir unzählige Fotos an und entschied mich schließlich für Jukkasjärvi. Die Mischung aus traditioneller Sámi-Kultur, der unberührten arktischen Wildnis und dem Ruf des ICEHOTELs als Pionier in der Eisarchitektur war einfach unschlagbar. Es ist nicht nur ein Hotel, es ist eine Galerie, ein Kunstwerk, eine Lebenseinstellung.

Budget-Tipp:

Eishotels sind kein Schnäppchen. Eine Übernachtung kann schnell ein paar hundert Euro kosten. Um Kosten zu sparen, könntest du überlegen, nur eine Nacht im Eishotel zu verbringen und die restlichen Nächte in einem "warmen" Hotel in der Nähe (das ICEHOTEL hat auch warme Zimmer) oder in Kiruna zu buchen. Viele Reisende tun genau das, um das Erlebnis mit mehr Komfort zu verbinden. Eine "kalte" Nacht ist intensiv genug, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen!

#### Ankunft in der Kälte: Ein erster Blick ins Wunderland aus Eis

Meine Reise begann mit einem Flug nach Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens. Schon der Landeanflug war ein Spektakel: unendliche Weiten aus Schnee und gefrorenen Seen, unterbrochen von dichten Nadelwäldern. Von Kiruna aus ist es nur eine kurze, etwa 20-minütige Fahrt mit dem Taxi oder Bus nach Jukkasjärvi. Schon von Weitem erkannte ich die markante, schneebedeckte Struktur des ICEHOTELs, das wie ein riesiger, sanfter Schneehügel aus der Landschaft ragte, perfekt eingebettet in die stille, weiße Wildnis.

Der erste Schritt in die Lobby des "kalten" Teils des Hotels war wie der Eintritt in eine andere Dimension. Die Luft war klar, frisch und – ja – eisig. Aber es war eine trockene Kälte, die sich anders anfühlte als das feuchte, beißende Nass, das wir oft aus Mitteleuropa kennen. Überall glitzerte und schimmerte das Eis. Die Wände, die Decken, die Theken der Bar – alles war aus kristallklarem Eis. Sanftes, farbiges Licht, das in die Eisblöcke eingelassen war, tauchte die Gänge und Suiten in ein magisches, unwirkliches Licht. Die Stille war beeindruckend, fast schon ehrfürchtig. Man hörte nur das leise Knirschen des Schnees unter den Füßen der anderen Gäste und das leise Surren der Kameras.

Jede Suite ist ein einzigartiges Kunstwerk, geschaffen von Künstlern aus aller Welt, die jedes Jahr aufs Neue eingeladen werden, ihre Visionen in Eis zu meißeln. Ich spazierte durch die Gänge und bestaunte die aufwendig geschnitzten Figuren, die detaillierten Reliefs und die phantasievollen Designs. Von riesigen Elefanten über abstrakte Muster bis hin zu kompletten Märchenlandschaften – es war eine Galerie, in der man sich verlieren konnte. Man spürte förmlich die Leidenschaft und die monatelange Arbeit, die in jedes dieser vergänglichen Meisterwerke geflossen war. Es war atemberaubend und ich verstand sofort, warum so viele Menschen dieses Erlebnis suchen.

#### Vorbereitung auf die eisige Nacht: Das "Check-in" der besonderen Art

Anders als in einem normalen Hotel checkt man nicht sofort in sein Eiszimmer ein. Die Zimmer sind tagsüber für Besucher geöffnet, die die Kunst bestaunen wollen. Das Einchecken für die Übernachtung findet erst am späten Nachmittag statt. Zuerst erhielt ich eine ausführliche Einweisung in die Kunst des Überlebens bei arktischen Temperaturen – quasi ein "Survival-Kurs für Anfänger".

Das Wichtigste zuerst: Kleidung. Man muss sich in Schichten kleiden – das Prinzip der "Zwiebelschicht" ist hier nicht nur ein Ratschlag, sondern überlebenswichtig. Warme Unterwäsche aus Merinowolle, eine Zwischenschicht aus Fleece oder Daunen, und eine wind- und wasserdichte Außenschicht sind unerlässlich. Mütze, Schal, wasserdichte Handschuhe und natürlich superwarme Winterstiefel sind Pflicht. Das Hotel bietet dir zwar einen warmen Overall und spezielle, extrem leistungsstarke Expeditionsschlafsäcke, aber deine eigene Basisausrüstung ist entscheidend. Ohne gute Basisschichten nützt auch der beste Schlafsack nichts.

Das Hotel verfügt über ein "warmes" Servicegebäude, in dem sich Umkleideräume, Toiletten, Duschen und Schließfächer befinden. Hier verstaut man auch den Großteil seines Gepäcks. Man nimmt nur das Nötigste mit in die Eissuite: Kamera, Handy (aufgeladen!), eine kleine Tasche mit warmer Kleidung für den Morgen und eventuell eine Thermoskanne mit heißem Tee. Die Zimmertemperatur in den Eissuiten beträgt konstant -5°C bis -8°C – die -20°C beziehen sich eher auf die Außentemperatur in der Polarnacht, die man bei Nordlicht-Beobachtungen oder anderen Aktivitäten erleben kann. Aber auch -8°C sind kalt genug, um Respekt einzuflößen!

Die Betten in den Eissuiten sind aus massiven Eisblöcken gefertigt, bedeckt mit Holzbrettern, einer Matratze und Rentierfellen. Ja, Rentierfelle! Sie dienen nicht nur der Optik, sondern isolieren hervorragend. Über diese Felle kommt dann der Expeditionsschlafsack, der Temperaturen von bis zu -25°C aushält. Die Vorstellung, darin zu schlafen, war aufregend und ein bisschen beängstigend zugleich.

#### Die Nacht im Eiszimmer: Ein einzigartiger Schlaf

Als die letzten Tagesbesucher das Eishotel verlassen hatten und die Dunkelheit hereinbrach, wurde es stiller. Ich zog meine Schichten an – Merinounterwäsche, warmer Midlayer, dicke Wollsocken, Mütze – und kroch in den Schlafsack. Das erste Gefühl war überraschend. Es war nicht die beißende Kälte, die ich erwartet hatte, sondern eher eine kühle, trockene Frische. Der Expeditionsschlafsack ist unglaublich warm und isolierend. Er schließt die Körperwärme perfekt ein.

Ich muss zugeben, die erste Stunde war ich hellwach. Ich lauschte der Stille, spürte die leichte Kühle an meiner Nasenspitze und versuchte, mich an die ungewohnte Umgebung zu gewöhnen. Die gedämpfte Beleuchtung in der Suite, die durch die Eiswände brach, schuf eine fast mystische Atmosphäre. Es war wie in einem riesigen Iglu, aber mit der Eleganz eines Kunstmuseums.

Der Schlaf war dann erstaunlich gut, wenn auch anders als gewohnt. Man schläft tief und fest, aber man ist sich seiner Umgebung immer bewusst. Jedes Geräusch, jedes Knirschen des Eises, jede Bewegung im Schlafsack war präsent. Ich bin einmal aufgewacht, weil ich dringend auf die Toilette musste. Der Gang zum Servicegebäude, eingepackt in all meine Schichten, war ein kleines Abenteuer für sich. Man merkt schnell, wie wichtig eine gute Planung ist! Keine unnötigen Ausflüge in die Kälte. Aber der Sternenhimmel und die knackige Kälte auf dem Weg waren eine Belohnung für sich.

Sicherheitstipp:

Es ist entscheidend, trocken zu bleiben. Schwitzen ist der größte Feind in der Kälte, da die Feuchtigkeit die Isolationsfähigkeit der Kleidung erheblich reduziert und zu Unterkühlung führen kann. Vermeide Überan

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